UNERWARTET KOMMT OFT/ GEFÄHRTWECHSEL

BEGEGNUNGEN DER POLNISCHEN ART

 

„ES SIND DIE BEGEGNUNGEN MIT MENSCHEN, DIE DAS LEBEN LEBENSWERT MACHEN. “ Guy de Maupassant

„Wir müssen mal wieder andere Leute treffen.“, sagt Toni. Es sind 2 Tage her, da wir unser Häuschen in #CHRANOI verlassen haben. Die erste Nacht wieder offiziell #ontheroad verbringen wir in einer Bucht, die von ihrer Umgebung & der Architektur her schon recht nordafrikanisch ist. Kein Wunder, denn wir befinden uns äußerst südlich. Einmal gerade über das Mittelmeer & auf der anderen Seite liegt Libyen. Die 2te Nacht wollen wir noch etwas südlicher fahren & unseren Stellplatz Nähe der #PYRGOSDIROU Höhle beziehen, die wir uns dann am nächsten Tag anschauen möchten. Von der Straße oben runter zum „Stellplatz“ (eine Bucht mit einem weißen Steinstrand & kristallklarem Wasser) sehen wir eine weiße Schlange sich an der Bucht entlangreihen – der Ort scheint bekannt unter Campern zu sein, die bereits in Reih & Glied mit ihren weißen, neumodernen Wohnmobilen am Wasser entlang angelegt haben. Eigentlich ist uns das zu viel. Wir fahren trotzdem runter. Und eigentlich ist auch das Schild „NO CAMPING“ zu viel, da wir doch sehr darauf achten, die Vorschriften des Landes zu wahren. Wir fahren trotzdem. Am vorderen Ende der Schlange reihen wir uns ein, direkt links neben einem Eingang, eine kleine rostige Leiter, zum Meer. Wir sitzen noch im Auto, hadern & überlegen.

BLEIBEN ODER DOCH NICHT?!

Am Liebsten wollen wir wieder wegfahren, da sehen wir das sich ein kleines motorbetriebenes Schlauchboot der rostigen Leiter nähert. „Touristen die bestimmt gerade von der Höhlentour zurückkommen.“, sage ich noch so zu Toni. Die 3 „Touristen“ (2 Männer, eine Frau) laufen geradewegs auf unser Auto zu. An der Fahrerseite machen sie dann halt. Da klopft es am Fenster. Etwas skeptisch kurbelt Toni dieses mit Bedacht herunter. „Hi, habt ihr vielleicht etwas zu rauchen?“, fragt einer der Touristen auf Englisch, seine Haare zum Dreadlock-Pferdeschwanz gebunden. Darauf entgegnete ich nach einer kurzen Pause nur: „Sehen wir etwa so aus, als hätten wir etwas?“ Ein „um ehrlich zu sein, JA.“ folgt & wir alle brechen in schallerndes Gelächter aus. Es stellt sich heraus, dass die 3 aus Polen kommen & hier im Hafen mit einem Segelboot angelegt haben. Sie laden uns auf ihr Boot ein, so war der Abend nun wirklich nicht geplant, und wir sagen JA. Was wie ein 4-Mann-Boot aussieht, entpuppt sich, als ein 12-Mann-Boot & wir werden herzlich von den anderen polnischen Reisenden empfangen. Es wird dem Sonnenuntergang entgegen getrunken, zu polnischem Reggae getanzt, uns wird das Boot gezeigt & wir erfahren, dass Stasch & Fafa, die zwei Männer die uns angesprochen haben, Freunde des Kapitäns sind. Dieser lebt mit seiner Freundin Vollzeit auf dem Boot & bietet bestimmte Reiserouten an, die er dann einfach abfährt. Griechenland, Italien, Balearen, Kanaren & die Karibik werden regelmäßig angefahren. Für Essen müssen die Reisenden selber aufkommen (alle schmeißen zusammen in die Reisekasse). Es wird gekocht & geputzt, auf engstem Raum zusammen gelebt & doch hat jeder seine eigene, kleine Schlafkabine. „Eine schöne Art seinen Traum zum Beruf zu machen.“, denken wir uns und sind erstaunt darüber, dass sich die meisten unserer polnischen Freunde vor der Reise gar nicht kannten. „Eine schöne Art Urlaub zu machen.“, empfinden wir.

Nach etlichem Bier, Weiß– und Rotwein, und zwei ungewollten Entleerungen später, legen Toni & ich uns glücklich in unserem Mister Wombat schlafen, bis es dann morgens wieder an die Tür klopft. Wir werden zum Frühstücken erneut aufs Boot eingeladen & gehen dann später noch zusammen mit unseren neuen Freunden die Höhle besichtigen.

Es ist erstaunlich, wie doch ein paar Minuten, ja gar Sekunden, dein Leben verändern können. Wie doch eine Entscheidung, so ausschlaggebend für deinen Tagesausgang, einen anderen Tagesablauf, sein kann. Wir sind überrascht zu hören, dass auch unsere neuen Freunde eigentlich schon viel weiter mit ihrer Route hätten sein müssen & so kommt es, dass unsere Leben sich wohl auf die schönste & spontanste Art zusammen verwoben haben.

„Manche Begegnugen sind wie Sterne, die uns der Himmel schenkt, damit wir nicht vergessen, wie schön das Leben ist.“ (Unbekannt)

Und so denken wir jetzt jedes Mal an unsere neuen Freunde aus Polen, wenn wir am Horizont ein #Segelboot erspähen…

Samsara,
Toni & Franzi
#MYWANDERINGISLAND
#MISTERWOMBAT